Fakultät der Friedhofskunde

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Ein Grablicht auf jedem Friedhof

Mitglieder und Freunde der Wasserspeier Akademie führen alljährlich die „Aktion: ein Grablicht auf jedem Friedhof“ durch, die darin besteht, dass wir am 1 November an vergessenen Orten, die mal Friedhöfe waren, mindesten ein Grablicht als Symbol der Erinnerung an die, die dort ihre ewige Ruhe fanden, anzünden. Zum ersten Mal wurde diese Aktion im Jahre 2004 durchgeführt. Seit dem wächst die Liste der uns bekannten Orte an denen Menschen Beerdigt wurden von Jahr zu Jahr.
Es folgt nun eine List der erwähnten Orte. Sie umfasst nicht alle Friedhöfe und sonstige Bestattungsorte, sondern nur die vergessenen, verwüsteten, vernichteten auf denen niemand oder nur sehr selten jemand ein Grablicht entzündet.

DANZIG:

Friedhöfe

· Neuer Katholischer Friedhof.
· Salvator – Friedhof bei der Mennonitenkirche – in der Salvatorgasse (ul.Salwator).
· St. Barbara – Friedhof, an der Steubenstraße (ul. Bema) – heute ein großer Park zwischen der Karthäuserstraße (ul. Kartuska) und dem Heinrich - Scholtz – Weg (Powstañców Warszawskich).
· Die Friedhöfe Peter und Paul und St. Katharinen – heute der Abstellplatz neben dem Busbahnhof.
· St. Bartholomäi – Friedhof – oberhalb des Hauptbahnhofs, neben dem Busbahnhof.
· Heiligleichnam – Friedhof – oberhalb des Friedhofs der Nicht Existierenden Friedhöfe.
· St. Marien – Friedhof – an der Kriegsschule, oberhalb der Promenade.
· Neuer Katholischer Friedhof – am Schützengang (ul. Strzelecka), heute Parkplatz neben den Gerichtsgebäuden.
· Deutscher Katholischer Friedhof – an der Schießstange (ul Kurkowa), heute Gelände des Untersuchungsgefängnisses.
· Friedhöfe St. Joseph und St. Brigitten – Zigankenbergweg (ul. gen. Gie³guda), oberhalb des Friedhofs der Rotarmisten.
· Friedhof der Freien Gemeinden – Zigankenbergweg (ul. gen. Gie³guda)- zwischen dem Friedhof der Rotarmisten und dem Quartier der Heimatarmee auf dem Friedhof am Olivaer Tor.
· St. Trinitatis - Friedhof – auf der westlichen Seite (der linken in Richtung Langfuhr schauend) der Großen Allee, Höhe des Gralath – Denkmals.
· St. Marien - Friedhof - auf der östlichen Seite (der rechten in Richtung Langfuhr schauend) der Großen Allee, Höhe des Gralath – Denkmals.
· St. Bartholomäi , Johannes, Peter und Paul – Friedhof – von den Eisenbahngleisen bis zur Sporthalle, der heutigen Staatsoper.
· St. Joseph, Brigitten und Marien - Friedhof –heute die Grünfläche gegenüber vom Maifeld.
· St. Katharinen – Friedhof - heute ein Park gegenüber der Oper (ehem. Sporthalle).
· St. Nikolai – Friedhof – heute ein Park an der Gossler Allee(ul. Narutowicza).
· Urnenfriedhof am St. Michaelsweg (ul. Traugutta) – unterhalb der russisch – orthodoxen Kirche St. Nikolaus (ehem. Krematorium).
· Urnenfriedhof auf dem Galgenberg – auf dem Hügel oberhalb des ehem. Krematoriums – beim Wasserreservoir.
· Jüdischer Friedhof auf der Königshöhe – oberhalb des Heiligenbrunner Wegs (ul. Do Studzienki) – in nahen Wald liegen noch Bruchtücke von Grabtafeln rum.
· Evangelischer Friedhof in Neufahrwasser – heute ein Spielplatz am Straßenbahndepot.
· Alter Katholischer Friedhof in Neufahrwasser – Ecke Wilhelmstraße (ul. Wolno¶ci) und Kirchenstraße (ul. Góreckiego).
· Gemeindefriedhof in Weichselmünde – gegenüber dem Anleger der Hafenfähre, nahe der Einmündung des Pfarrganges (ul. Jana Charpantiera).
· Jüdischer Friedhof auf dem Stolzenberg – auf der Westlichen Seite der Grundgasse (ul. Cmentarna).
· Alter Katholischer Friedhof auf dem Stolzenberg.
· Gemeindefriedhof in Brösen – Ostseestraße (ul. Hallera).
· Friedhof in Wonneberg.
· Gemeindefriedhof in Brentau – Hochstrieß (ul. S³owackiego).
· Katholischer Friedhof – Ecke Hauptstraße (ul. Grunwaldzka) und Ringstraße (ul. Ko¶ciuszki) in Langfuhr.
· Alter Evangelischer Friedhof in Ohra– Grünanlagen zwischen der Vereinsstraße (ul. Zwi±zkowa) und der Bahnstraße (ul. Junacka).
· Neuer Evangelischer Friedhof in Ohra – Grünanlagen zwischen der Schulstraße (ul. Go¶cinna) und den Gleisen der Ostbahn.
· Friedhof auf der westlichen Seite des Schlapker Ganges (ul. Starodworska) in Schidlitz
· Evangelischer Friedhof an der Großen Seebadstraße in Heubude.
· Der Friedhof, der sich vormals am Pelonker Weg 124 befand (erhalten geblieben ist bis heute die Friedhofskapelle) – in der Erde ruhen dort noch etliche Überreste von Menschen, eine Teil wurde beim Umbau der heute dort stehenden Gebäude des IPN zu tage gefördert.

Andere Orte:
· Das Narvik - Lager – ehemaliges Konzentrationslager zwischen der Haltestelle Reichskolonie und dem Paul – Beneke – Weg (ul. Marynarki Polskiej).
· Massengrab der Typhusopfer in den Festungsanlagen des Hagelsberges, hin zum Heinrich – Scholtz – Weg (ul. Powstañców Warszawy).
· Am Zaun der TH Danzig, vis á vis der Elektrischen Abteilung – dem Bestattungsort der 1945 exekutierten Patienten des Militärlazaretts.
· Über dem Luftschutzraum vor der Markthalle – Sterbeort und wahrscheinlich ein Massengrab der Einwohner Danzigs, die bei einem Luftangriff ums leben kamen.
· Über dem Luftschutzraum unter dem Zeughaus und dem ehem. Erbsenmarkt– einem Massengrab der Einwohner Danzigs, die bei der Erstürmung der Stadt durch die Rote Armee und direkt danach ums Leben kamen.
· Neben dem Anatomischen Institut der Medizinischen Hochschule – wo aller Wahrscheinlichkeit nach menschliche Körper für Experimente benutzt wurden.

Zoppot:

Jüdischer Friedhof an der Groß - Katzer Straße (ul. Malczewskiego). Über dem Eingang befindet sich die hebräische Inschrift „Tor zu Gott”. Erhalten geblieben sind ca. 100 Gräber, in den Jahren 1921-1938 fanden hier 181 Bestattungen statt. Einige der Grabsteine hatten die typische Gestalt einer maceva, andere wiederum hatten eher protestantische und katholische Formen. In einigen Fällen blieben die auf den Gräbern stehenden Schüsseln erhalten, in die man kleine Kärtchen mit Bitten an die Toten oder kleine Steine reinlegte. Die am Eingang befindliche Pumpe diente zum Reinigen der Hände vor dem Verlassen des Friedhofs.

Gdingen:
· Friedhof und Fundamente der St. Joseph – Kirche zwischen den Fahrbahnen der Straße in Koliebken, neben der Tankstelle. Diese Kirche wurde 1763 von der Familie Przebendowski gestiftet und 1939 von den Deutschen abgerissen.
· Friedhof am südlichen Ortseingang von Gdingen, hier bestttete man u. a. Kinder die beim spielen mit Blindgängern ums Leben gekommen sind.

Diese Liste entstand in Mitarbeit mit den Mitgliedern der Wasserspeier Akademie.
Wir wünschen uns, dass es zum Alltag wird für die Bewohner unserer Stadt, dass sie derer gedenken, die hier gelebt haben und beerdigt wurden. Auch dann, wenn jede Spur derer Gräber von der Geschichte, dem Krieg und menschlicher Gedankenlosigkeit getilgt wurden. Deshalb hoffen wir, dass es in diesem Jahr nicht nur wir Wasserspeier sind, die eine Kerze auf vergessenen Friedhöfen entzünden werden.


virt. Prof. Grün
Übersetzt von: virt.Prof. Alter Schotte
© by Akademia Rzygaczy Members