Fakultät der Friedhofskunde

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Jüdischer Friedhof auf dem Stolzenberg

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Lokalizacja Cmentarza ¯ydowskiego na planie z 1940 r.

Der jüdische Friedhof auf dem Stolzenberg entstand möglicherweise bereits im 16 Jhd. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1694. Im Eigentum Der Bestattungs- Bruderschaft (Chewra Kadisza) der Gemeinde Altschottland, wurde er bis in die erste Hälfte des 18 Jhd. genutzt, als man für einige Zeit keine Bestattungen mehr vornahm. Ab der 2 Hälfe des 18 Jhd. nutzte man ihn dann erneut. Das Gebiet des Friedhofs wurde mehrfach im 18 und 19 Jhd. erweitert – letztendlich erreichte er eine von über 2 Hektar.
Erhebliche Zerstörungen sowohl der Friedhofseinrichtungen, wie auch der Gräber selbst wurde durch die Belagerung der Stadt durch die Franzosen 1807 verursacht – hier stationierte eine französische Batterie. Nachdem er wieder hergerichtet war – man baute ein neues Gebäude für die Bruderschaft, ein Haus für den Friedhofswächter und Räumlichkeiten für Steinmetze - nutzte man ihn bis in die 30 – er Jahre des 20 Jhd. Aus wohl offensichtlichen Gründen gab man den Friedhof mit Beginn des 2. Weltkrieges auf. Bereits 1938 schlossen die jüdischen Gemeinden vor verlassen der Stadt einen Vertrag mit der Regierung der Freien Stadt Danzig, in der vereinbart wurde, die jüdischen Friedhöfe für 10 Jahre, also bis 1948 unberührt zu lassen. Die Nazis hielten sich an diese Vereinbarung – den Krieg überdauerte dieser Friedhof unangetastet. Was die Nazis nicht vollbracht haben, schafften nach dem Krieg die Polen. Der Friedhof wurde zur Quelle kostenlosen Rohstoffes für Steinmetzbetriebe, und zum Bau von diversen Mauern und Treppen. Geschlossen wurde er von Amtswegen 1956. Die Plünderung begann jedoch schon davor, und verlief in mehreren Wellen, deren genaue Zeit und Intensität nicht mehr nachvollziehbar ist. Bekannt ist nur, dass der untere, älteste Teil, in den 70 – er Jahren des 20 Jhd. unter dem Vorwand von Aufräumarbeiten komplett verwüstet wurde. Als man den Friedhof als Baudenkmal anerkannte und in das entsprechende Register aufnahm, war er bereits nur noch eine Ruine. In diesem Zustand blieb er – trotz diverser Scheingefechte – bis 1997, als er der Jüdischen Gemeinde in Danzig übereignet wurde.
Vor kurzem wurde er mit einem solidem eisernem Zaun umgeben. Das ist das erste positive Zeichen, dass es hier neue Eigentümer gibt.
Von den vielen hunderten Danzigern mosaischen Glaubens die hier ihre letzte Ruhe fanden sollte man mindesten zwei für die Stadt besonders verdiente erwähnen. Zum einen den 1910 in Italien verstorbenen Lesser Gieldzinski, Getreidekaufmann und Sammler, der der Stadt einen Teil seiner Sammlung vermachend, dazu beitrug, dass die Danziger Diele entstehen konnte. Zum anderen den 1917 verstorbenen Paul Simson, den Verfasser des 4 Bändigen, fundamentalen Werkes Geschichte der Stadt Danzig. Auf diesem Friedhof ruhen auch die preußischen Soldaten mosaischen Glaubens, die bei der Pulverexplosion im St. Jakobstor ihr Leben verloren haben.
Heute kann man auf dem Friedhof malerisch verteilte Grabsteine (macewa)und die Ruine einer Kapelle (ochel) finden. Da, verschiedenen Lippenbekenntnissen zum Trotz, der Friedhof immer noch eher verschwindet als das er „wiederentsteht“, versuchte ich möglichst alles was dort noch vorhanden ist auf Film zu bannen. Hier nun die Bilder:
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Bilder und Text von: virt.Prof. Grün
Übersetzt von: virt.Prof. Alter Schotte

17 September 2004 (pl)
9 Oktober 2006 (de)

© 2006 Aleksander Mas³owski

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