Fakultät der Gestaltenkunde


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Martin Kogge

Martin Kogge war ein reicher Kaufmann, der sowohl mit Polen wie auch mit Übersee handelte, und ein Unternehmer. Er entstammte jedoch dem gemeinen Volke, hatte also keine Möglichkeit in dem politischen System Danzigs in der 2 Hälfte der 15 Jahrhunderts, trotz seines Reichtum, Einfluss zu nehmen, das war das Privileg der Patrizierfamilien. In seinen Kreisen jedoch achtete man ihn und vertrautem ihm. Dies erleichterte ihm, ähnlich wie er selbst, unzufriedene Bürger um sich zu scharen. Unterstütz wurde er von Kaufleuten und reichen Handwerken.
Zu jener Zeit hatte die Stadt erhebliche Problemen mit der Finanzierung des Krieges zwischen Polen und dem Deutschen Orden. Um Mittel für die Begleichung der Verpflichtungen zu finden, erhöhte man Steuern und nahm Darlehen bei den Patriziern auf. Trotzdem war die Stadt nicht in der Lage all ihre Schulden abzutragen- insbesondere den Sold der den Söldnern versprochen wurde zu zahlen. Die direkte Ursache für die Meuterei von Kogges Anhängern war das Gerücht dass der Rat den Söldnern erlaubte von den Kaufleuten Lösegelder einzutreiben.
Am 28. September 1456 veröffentlichte Kogge 22 Artikel in denen er dem Rat finanziellen und gerichtlichen Missbrauch vorwarf, ebenso, dass er Krieg ohne Einverständnis der Bürger aber dafür auf deren Rechnung führe. Auf gesellschaftlichen Druck hin hat man die Zusammensetzung des Rates geändert um ihn danach ganz zu stürzen. Dem neuen Rat gehörten nicht nur Patrizier an, sondern auch die reichern Vertreter des Volkes. Diese Lösung stellte die meisten Anhänger Kogges zufrieden. Aber nicht ihn selbst. Er forderte die Abschaffung der Ämter auf Lebenszeit, und die Einführung einer Gage für Amtsinhaber. Die Verschuldung der Stadt bei den eigenen Bürgern - den Patriziern - wollte er beseitigen, indem er nach der Besetzung des Rathauses die den Patriziern abgenommenen Schuldbriefe einfach verbrannte.
Solch radikale Forderungen verschreckten einen Teil seiner bisherigen Anhänger und führten zum Verrat. Einen Tag vor der geplanten Besetzung des Rathauses haben zwei der Verschwörer den rat von den Plänen ihres Anführers gewarnt. Nach einer Machtdemonstration seitens des Rates leugnete Kogge seine Absichten.
Die oberflächliche Reform des Rates, durch Aufnahme der reichsten Vertreter des Volkes, befriedigte zwar die Letzteren, beseitigte aber nicht die Ursachen des Aufstandes. Der neue Rat hat die Steuerlast nicht nur nicht verringert, sondern ganz im Gegenteil, vergrößert. Es wuchs auch die Verschuldung der Stadt beim Patriziat. Dies Ermöglichte Martin Kogge seine Alten Anhänger wieder um sich zu scharen und neue zu gewinnen. 1457 hat Kogges Gruppe dem polnischen Gouverneur Jan Ba¿yñski, ein Projekt die Gesellschaftsform der Stadt zu reformieren vorgelegt und gebeten bei seiner Verwirklichung behilflich zu sein. Ba¿yñski lehnte jegliche Hilfe ab.
Kogge und seine Anhänger wurden der Absicht beschuldigt den Rat ermorden, die Häuser der Patrizier ausrauben und die Stadt dem Deutschen Orden übergeben zu wollen. Diese letzte Beschuldigung war besonders Wirkungsvoll, da der Deutsche Orden drohte, nach dem siegreichen Krieg gegen Polen, die Stadt dem Erdboden gleich zu machen.
Martin Kogge wurde am 6. Februar 1457 auf der Flucht in Leba gefangen genommen und in Putzig vor Gericht gestellt. Bei der peinlichen Befragung verriet er fünf weitere Mitverschwörer und die wiederum zwei weitere. Die Anführer des Aufstandes wurden gefangen genommen und hingerichtet. Kogge selbst wurde am 17. Februar 1457 in Danzig hingerichtet. Der Name Koggentor soll nicht vom Schiffstyp Kogge abstammen sondern von Martin Kogge, der vor diesem Tor hingerichtet wurde aber ob das stimmt, das weiß man nicht so genau.


Bearbeitet von: virt.Prof. Grün
Übersetzt von: virt.Prof. Alter Schotte

10 September 2004 (pl)
10 Oktober 2005 (de)
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