Fakultät der Gestaltenkunde


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Jakob Breyn

(1637-1697)

Jakob Breyn wurde am 14 Januar 1637 in Danzig, als Sohn des aus Brabant stammenden Danziger Kaufmanns Jakob Breyn und seiner Ehefrau Anna Moorman, geboren. Schon sein Großvater war 1585 gezwungen gewesen Brabant aus religiösen Gründen zu verlassen.
Obwohl man Jakob den Jüngeren zum Erben von des Vaters Beruf und Vermögen heranbildete zog er es vor, sich botanischen Studien zu widmen. Mit der Vorliebe für Botanik steckte ihn wahrscheinlich der aus Königsberg stammende Arzt und Botaniker, Professor des Akademischen Gymnasiums in Danzig, Christian Mentzel an, der selber die Danziger Natur erforschte und mit diesem Ziel wissenschaftliche Exkursionen ins Umland für seine Schüler organisierte.
Zu einem kaufmännischen Praktikum nach Leiden geschickt, zog er es vor sich seine Leidenschaft zu widmen als das kaufmännische Handwerk zu ergründen. Dort erreichte ihn 1655 die Nachricht vom Tod seiner Vaters. Der achtzehnjährige Breyn kehrte also zurück nach Danzig um die Geschäfte seines Vaters zu übernehmen. Trotz wirtschaftlicher Probleme Danzigs, verbunden mit dem Krieg zwischen dem Königreich Schweden und der Republik Polen, gelang es ihm sowohl Zeit wie auch Mittel zu finden, um sich mit den geliebten Naturwissenschaften beschäftigen zu können – in der Praxis tat er dies abends und nachts.
Klarer Weise konnten solche Forschungen nicht stattfinden ohne ein geeignetes Areal auf dem er die von Mitarbeitern in der ganzen Welt erhaltenen Pflanzen züchten konnte. Leider ist über diesen Garten nichts bekannt. Man kennt nicht einmal seine Lage. Bekannt ist jedoch das Breyn in seinem Garten Experimente zur Akklimatisierung exotischer Pflanzen durchführte, die leide nur selten von Erfolg gekrönt waren. Das damalige Klima Danzigs, obwohl wesentlich milder als heute, erlaubte nicht die Züchtung all der Pflanzen die Breyn gerne in seinem Garten gezüchtet hätte. Er pflanzte dafür mit Erfolg in der Gegend Danzigs vorkommende Pflanzen an, um sie bequem in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien beobachten zu können. Diese Beobachtungen erlaubten ihm noch sehr schüchterne, aber bereits dokumentierte Schlussfolgerungen über die Eigenschaften der Pflanzen zu formulieren, die später durch die Lehre der Vererbung der Eigenschaften bestätigt wurden. Er untersuchte auch den Einfluss der Bodenqualität und der äußeren Bedingungen auf die Entwicklung der Pflanzen. Zu diesem Ziele säte er zwei Identische Samenkörner, einmal auf Dung und einmal auf unfruchtbarem Boden aus um dann die Unterschiede in der Üppigkeit der so entstandenen Exemplare zu beschreiben.
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Frontyspis der Breyn’schen Centruria

Die Grundlage von Breyns Forschungen waren Kontakte mit Reisenden, die die Welt zu unterschiedlichen Zielen durchmessend, ihm Exemplare exotische Pflanzen, Schösslinge, Zwiebeln, Samenkörner oder auch Mineralproben Muscheln und Versteinerungen schickten oder mitbrachten. Diese seine Mitarbeiter ehrte er, indem er ihre Namen auf den Seiten seiner Centuria nannte. Er selbst unternahm auch viele Geschäftsreisen. Diese Reisen erlaubtem ihm neue Kontakte zu knüpfen und die Sammlung der damals in Mode gekommen botanischen Gärten kennen zu lernen.
Zu Forschungszwecken hatte er auch eine ansehnliche Bibliothek zusammen getragen, in der kein bedeutendes Werk aus dem Bereich der Naturwissenschaften fehlte. Seine Werke druckte er in seiner eigenen privaten Druckerei. In dieser Druckerei arbeitete unter anderem der renommierte Danziger Typograph David Rhete. Bei seinen Landsleuten erfreute sich Breyn keiner besonderen Anerkennung. Ganz anders war es mit der Anerkennung im Ausland. Sein Wissen bewegte die Universität in Leiden dazu, ihm eine Stelle als Professor der Botanik anzubieten - den Vorschlag hat er jedoch abgelehnt. Er korrespondierte intensiv mit der ganzen wissenschaftlichen Welt des 17. Jahrhunderts.
Im Jahre 1678 gab er sein erstes Werk mit dem Titel Exoticarum aliarumque minus cognitarum plantarum centuria prima heraus, in dem er 102 Pflanzenarten beschrieb, mit besonderem Schwerpunkt der Pflanzen am Kap der Guten Hoffnung. 1680 widmete er das Prodromus fasculi rariorum plantarum primus den Besonderheiten der Flora in Königliche Preußen.
1665 fand in der St. Elisabethkirche die Trauung von Jakob Breyn und Sarah Rogge, Tochter des Danziger Münzmeisters, statt. Aus dieser Ehe ging eine Zahlreiche Nachkommenschaft hervor. Der jüngste Sohn Johann Phillip erbte die Väterliche Vorliebe für Naturstudien und setzte das Werk der Vaters fort, in dem er die ererbte Sammlung bereicherte und eigene wissenschaftliche Studien führte.
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Bilder aus: Icones exoticarum aliarumque minus cogitarum plantarum centuria prima (1678)
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Breynia nivosa

Jakob Breyn verstarb in Danzig am 25. Januar 1697 und wurde wahrscheinlich in der Peter und Paul Kirche beigesetzt. Dort ist allerdings keine sichtbare Spur seiner letzten Ruhestätte erhalten geblieben. Obwohl er einer der herausragendsten Köpfe seiner Zeit war, obwohl er unter den Vertretern der europäischen Wissenschaft berühmt und geachtet war, wurde er in seiner Heimatstadt nie auf irgendwelche Weise geehrt. Außer seinem wissenschaftlichen Werk erinnert an den Danziger Gelehrten nur der Name eines Strauches, der nach Breyn durch den französischen Botaniker Plumier benannt wurde.

Bearbeitet von: virt.Prof. Grün
Übersetzt von: virt.Prof. Alter Schotte

Bilderquellen:
1), 3) i 4) K.Kubik, L.Mokrzecki, Trzy wieki nauki gdañskiej, Ossolineum 1976
2) Archiv der Wasserspeier Akademie
5) www.mobot.org

11 Dezember 2004 (pl)
27 September 2005 (de)
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